Ist die Presse das Problem?

Immer wieder genieße ich DIE GUTE NACHRICHT, eine täglich erscheinende Rubrik auf der Titelseite einer großen Münchner Tageszeitung. Diesmal wird dort gelobt, dass die Zulassung von Hybridfahrzeugen im ersten Halbjahr 2018 gegenüber dem gleichen Zeitraum in 2017 um 7100 auf 14800 Fahrzeuge zugenommen hat. Klingt gut? Ist doch super. Die Deutschen werden ein Volk von Umwelt- und Klimaschützern! Zur Sicherheit vergleiche ich die Zahl noch schnell mit den Zulassungen von Benzinern und Dieselfahrzeugen. Ich rechne: Diese Zulassungszahlen haben von 352100 auf 362600 um 10500 zugenommen. Das sind mehr Zulassungen im konventionellen Bereich als im Vorjahr und gleichzeitig auch mehr als im Hybridbereich und insgesamt wurden damit in I/2018 um 17600 Fahrzeuge mehr zugelassen als in I/2017. Mehr Zulassungen bedeuten mehr Autos auf den Straßen, mehr Verkehr, weniger Auto-Teilen, mehr Energie- und Rohstoffverbrauch - vor allen Dingen in Hybrid- und E-Modellen. Wäre DIE GUTE NACHRICHT nicht, dass weniger Autos auf den Straßen unterwegs sind, die Menschen sich die Autos zunehmend teilen, dass sie den ÖPNV mehr nutzen? Ja, das wäre sie. Aber die Presse schaut halt immer nur auf die Oberfläche, sie hinterfragt oft nicht mehr. Und den Spiegel hält sie den Menschen schon gar nicht vor, denn diese sollen die Zeitung ja kaufen. Das ist ein Geschäftsmodell und damit wird die Presse zum Problem. Sie dient nicht der Lösung so vieler Miseren.


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